Nammy-Verleihung 2014

am 14.11. fand die 15. Verleihung des Native American Music Awards statt.

In der Kategorie "Debut Group of the Year" gewann SIAHSIN mit ihrem Album "Never Surrender" eine Auszeichnung. Sie traten auch in der Preisverleihung mit zwei Songs live auf.

 

Hier ist ein kurzer Zusammenschnitt des SIHASIN-Auftritts

Sihasin auf Europa Tournee - 2014

Hier sind zwei Aufnahmen von dem Konzert der Navajo-Punk-Rock Band von ihrem Konzert in Konstanz im K) Kulturzentrum im Oktober 2014:

Hier sind Bilder vom Konzert auf der Website von Hubl Greiner

SIHASIN Konzert Oktober 2014 in Konstanz

Indianischer Punk-Rock der anderen Art

Die indianische Band SIHASIN aus Navajo-Country brach im Oktober 2014 zu insgesamt elf Konzerten in Deutschland, Frankreich und in der Schweiz auf. Die Tourvorbereitungen der Band, die ja nicht zum ersten Mal in Europa zu Gast ist und auch als BLACKFIRE schon jahrzehntelange Erfahrungen hat, liessen sich diesmal ungewöhnlich zäh an. Kurz sah es so aus, dass die Tournee verschoben werden musste, als sich das Blatt plötzlich wendete. Die Zeiten sind nicht einfacher geworden, so scheint es. Nach erfolgreichen Konzerten in Rudolstadt, Karmsdorf und Dresden gastierte die Band in Konstanz am schönen Bodensee. Leider verhinderten Staus auf der Autobahn die für den Abend geplante Informationsveranstaltung und so wurde das Programm geändert: Der Film „The 6th World“, in dem Jeneda Benally eine Astronautin spielt, wurde gezeigt – wenige Tage später strahlte ARTE den Film aus. Das für den nächsten Abend geplante Konzert konnte stattfinden, SIHASIN empfing die über 70 ZuhörerInnen mit einem traditionellen indianischen Lied, das sie zusammen mit ihrem 94-jährigen Vater Jones Benally zur Handtrommel sangen. Doch schon mit dem nächsten Lied kamen laute Punk-Rock Klänge zu aktuellen politischen Themen auf. Getreu ihrem Namen, der in etwa „hoffnungsvolles Denken und Lernen für die Zukunft” bedeutet, geht es SIHASIN nicht nur darum, weltweite Missstände wie Ausbeutung von Rohstoffen und die damit verbundenen Risiken und Nebenwirkungen aufzuzeigen. Sondern auch, die Grundlagen für das Überleben zu stärken. Diese liegen in funktionierenden Gemeinschaften, ein Konzept, was für die Navajo-Indianer schon seit vielen Jahrhunderten funktioniert und auch dabei half, den Völkermord der amerikanischen Regierung zu überstehen.

Jeneda Benally zupfte den mit Effekten und zwei Verstärkern erweiterten Bass, sang und trug damit die melodiöse und harmonische Seite. Ihr jüngerer Bruder Clayson spielte stehend das Schlagzeug und sorgte mit seiner natürlichen rhythmischen Begabung für einen kraftvollen und zugleich entspannten Groove. Er sang und tanzte in der zweiten Hälfte einen traditionellen Reifentanz, der sonst zu Heilungszwecken eingesetzt wird.

Von links nach rechts: Jeneda, Jones, Clayson Benally von der Band SIHASIN. Copyright / Foto: Claudia Knupfer

Vlnr: Jeneda, Jones, Clayson Benally von der Band SIHASIN
Copyright / Foto: Claudia Knupfer

Zum Abschluss riefen sie die Konstanzer Musiker Hubl Greiner (Drums) und Jens Volk (Bass) auf die Bühne und entwickelten gemeinsam einen perkussiven Klangteppich. Weitere Musiker schlossen sich dann noch mit Saxofon, Berimbau, Stimme und Gitarre an. Diese Session brachte das Publikum auf die Beine zu einem indianischen Kreistanz. „Das Beste, was ich seit Jahren hier gesehen und gehört habe“, so eine Besucherin. Anschliessend fuhr die sechsköpfige Benally-Familie noch in die Bretagne nach Frankreich und machte Station in La Gacilly, wo sie ihre lebensgrossen Konterfeis auf einer Fotoausstellung bewundern konnten.

Mitte November traten SIHASIN bei der 15. NAMA-Verleihung, dem Native American Music Award auf. Sie bestritten nicht nur einen Teil des NAMA-Programms, sondern gewannen auch den Preis der besten Debut-Gruppe 2014. Sie setzte sich gegen so bekannte Gruppen wie „A Tribe Called Red“ durch. Die Abstimmung erfolgt übrigens online und jede und jeder kann somit daran teilnehmen – im Herbst 2015 ist es dann wieder soweit und auch die nächste Tour von SIHASIN ist schon in Planung.

Norbert Mallik